Eine Million Euro für ein Mathe-Genie aus Würzburg
Kathrin Bringmann konnte sich gegen 44 weitere Professoren durchsetzen. Bescheiden erklärt sie, dass sie mit dem Niederländer Sander Zwegers (Dublin) und dem amerikanischen Mathematiker Ken Ono (Madison, Wisconsin) eine Theorie aufgebaut hat, um die Mock-Thetafunktionen besser zu verstehen. Diese sind auch auf andere Wissenschaftsbereiche übertragbar, zum Beispiel auf das Wachstum von Zellen und schwarze Löcher im All. „Die Persönlichkeit des Ramonajan fasziniert mich über das Wissen hinaus, weil er ein Autodidakt im Schneidersitz war“, berichtet Bringmann. Er brachte geniale Formeln auf Papier. Niemand weiß, wie er darauf kam.
„In der Mathematik kommt es auf das richtige Problem an“
Kathrin Bringmann Mathematik-Professorin
Warum die Formeln funktionieren, erforschen die Wissenschaftler noch heute. Und, so ergänzt sie, „in der Mathematik kommt es darauf an, das richtige Problem zu haben“ – und es dann natürlich auch zu lösen.
Den Weg für ihren wissenschaftlichen Werdegang ebnete ihre Familie. Ihr Vater ist Professor der Organischen Chemie an der Universität Würzburg, ihre Mutter Mathematikerin und ihr Bruder Biologe. Bringmann besuchte das Würzburger Matthias-Grünewald-Gymnasium. „Mein Interesse für Mathematik war immer vorhanden, die Liebe zur Mathematik kam jedoch erst im Studium“, erzählt sie.
2002 legte sie ihre Staatsexamina in Mathematik und – man staune – Theologie an der Universität Würzburg ab. Dort bestand sie ein Jahr später mit Auszeichnung ihr Diplom in Mathematik. Nach ihrer Promotion in Mathematik an der Universität Heidelberg unterrichtete sie in den USA. 2008 erhielt sie den Ruf an die Universität Köln.
Die Universität profitiert ebenfalls von dem Preis, weil das Geld für Forschungszwecke gedacht ist. Mit diesen finanziellen Mitteln sollen eine Arbeitsgruppe aufgebaut sowie Mitarbeiter eingestellt werden. „Das Geld will ich auch für Reisen, Gäste und Vorträge verwenden, um meine Forschung erheblich voranzutreiben“, führt Bringmann aus. Sie steckt voller Ideen für neue Projekte. Möglicherweise auch bald wieder solche, die preiswürdig sind.





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