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Kölner
Wissenschaftlerinausgezeichnet |
Köln, 3.7.2009,
16:35 Uhr > Professorin Dr. Kathrin Bringmann vom
Mathematischen Institut der Universität zu Köln wurde mit dem
Alfried Krupp-Förderpreis 2009 ausgezeichnet. Den mit einer
Millionen Euro dotierten Nachwuchspreis erhielt Bringmann für
ihre Entschlüsselung einer mathematischen
Geheimsprache. ---
Professorin Dr. Kathrin
Bringmann, Vorstandsmitglied des Mathematischen Instituts der
Universität zu Köln, erhält den Alfried Krupp-Förderpreis für
junge Hochschullehrer 2009. Das Kuratorium der Alfried Krupp
von Bohlen und Halbach-Stiftung entschied sich einstimmig für
die junge Professorin, die sich gegen 44 weitere Professoren
durchsetzte. Der Alfried Krupp-Förderpreis ist mit einer
Million Euro, verteilt auf fünf Jahre dotiert und gehört damit
zu denn am höchsten dotierten Preisen für Nachwuchsforscher in
den Natur- und Ingenieurwissenschaften an deutschen
Universitäten.
Geheimsprache
entschlüsselt Der Forschungsschwerpunkt
Professor Bringmanns (32) liegt in der Zahlentheorie. Dieses
Gebiet der Mathematik befaßt sich ursprünglich mit den
Eigenschaften ganzer, positiver Zahlen. Zahlentheoretische
Probleme lassen sich zwar häufig einfach formulieren, ihre
Lösung erscheint jedoch in vielen Fällen unerreichbar. Dies
galt viele Jahrzehnte auch für die sogenannten
Mock-Thetafunktionen (oder Schein-Thetafunktion) und ihre
Anwendungen. Diese Funktionen waren vor mehr als 80 Jahren von
dem indischen Mathematiker Srinivasa Aiyangar Ramanujan
entdeckt worden, der jedoch ihre rätselhaften Eigenschaften
weder bewies noch einordnete.
Ramanujans Mock-Thetafunktionen
waren lange unverstanden. Sie täuschen zwar Ähnlichkeiten zu
den bekannten Thetafunktionen vor, die eine spezielle Klasse
von Funktionen einer komplexen Variablen darstellen. Im
Unterschied dazu enthielten die Mock-Thetafunktionen jedoch
nur die Hälfte der Informationen, die zu ihrem Verständnis
erforderlich gewesen wären. Der Rest lag im Verborgenen. Mit
einem Vergleich beschreibt Bringmann diese Ausgangslage für
ihre Forschung: „Man stelle sich vor, ein berühmter Komponist
hinterläßt nach seinem Tode eine Symphonie, deren Noten in
einer Geheimsprache verschlüsselt sind, die nur er selbst
lesen kann.“ Kathrin Bringmann gelang es gemeinsam mit
dem amerikanischen Mathematiker Ken Ono (University of
Wisconsin, Madison) und dem Niederländer Sander Zwegers
(University College Dublin), diese Geheimsprache zu
entschlüsseln und die Mock-Thetafunktionen in eine
mathematische Theorie einzubauen. --- [cs]
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