Vorlesung Darstellungstheorie

Sommersemester 2008

Prof. Dr. S. König
Dr. R. Hartmann
Mathematisches Institut der Universität zu Köln


Vorlesung
Montag und Mittwoch 8:15-9:45 im Hörsaal des Mathematischen Instituts, erstmals am Montag, den 7.4.2008.
Übung
Montags, 16-17:30 im Seminarraum A der Chemischen Institute, erstmals am 21.4.2008.
Ziel der Darstellungstheorie ist es, abstrakte algebraische Strukturen und allgemeiner in der Mathematik oder den Naturwissenschaften auftretende Symmetrien zu konkretisieren und für Berechnungen oder Klassifikationen zugänglich zu machen. In der Vorlesung Darstellungstheorie wird eine Einführung gegeben, die sich auf Grundprinzipien konzentriert und auf Beispiele von Darstellungen von endlichen Gruppen und vor allem von Ringen und Algebren. Vorausgesetzt werden Lineare Algebra I und II sowie Grundkenntnisse der Algebra.

Kapitel 1: Beispiele und Definitionen
Darstellungen von Gruppen, Beispiel symmetrische Gruppe auf drei Buchstaben, Äquivalenz / Isomorphie von Darstellungen. Köcher, Darstellungen von Köchern, Homomorphismen und Isomorphismen, direkte Summen, zerlegbar und unzerlegbar, Beispiel: A_1 (Vektorräme), A_2 (Gauss-Elimination), Kronecker (Paare von Matrizen), Schleife (Jordan-Normalform), n-Unterraum-Problem, unendlich viele nichtisomorphe Darstellungen beim 4-Unterraum-Problem (4 Geraden in einer Ebene).
April 7, 9

Kapitel 2: Algebren, Darstellungen und Moduln
k-Algebren (assoziativ mit Eins), Beispiel Gruppenalgebra, Beispiel Wegealgebra (mit Beispiel linear orientierter A_n: obere Dreiecksmatrizen), Darstellungen von Algebren, Beispiel Gruppendarstellungen, Beispiel Darstellungen von Köchern, A-Linksmoduln, Vergleich Moduln und Darstellungen, Ideale als Moduln.
April 9,14,16

Kapitel 3: Radikale und einfache Moduln
Teilmoduln, einfache Moduln, Modulhomomorphismen, Jacobson-Radikal einer Algebra, Charakterisierungen der Elemente von rad(A), Radikal eines Moduls, Annullatoren von einfachen Moduln, halbeinfache Moduln, die Algebra A/rad(A), Nakayamas Lemma, rad(A)M=rad(M), Beispiel: zyklische Gruppe mit zwei Elementen.
April 16, 21,23, 28

Kapitel 4: Halbeinfache Algebren
Satz von Maschke, einfache Algebren, Schurs Lemma, Satz von Weierstrass und Dedekind, Satz von Wedderburn und Artin, Idempotente: primitiv, orthogonal, zentral-primitiv.
April 28, 30, Mai 5

Kapitel 5: Kompositionsreihen und Zerlegungen
Kompositionsreihen, Kompositionsfaktoren und Multiplizitäten, Satz von Jordan und Hölder, Zerlegungen und Idempotente in Endomorphismenringen, projektive Moduln als direkte Summanden und durch Hochhebungseigenschaft, projektive Moduln und halbeinfache Moduln, eindeutige Zerlegung von projektiven Moduln und von Idempotenten, Satz von Krull-Remak-Schmidt.
Mai 7, 19, 21
Kapitel 6: Dynkindiagramme und der Satz von Gabriel
Endlicher Darstellungstyp, Dynkindiagramme, Bilinearformen, quadratische Formen und Wurzeln, Radikal einer Form, Dynkin entspricht positiv definit, Euklidisch entspricht positiv semidefinit, Spiegelungsfunktoren an Quellen und an Senken, zulässige Anordnung, Spiegelungsfunktoren und Spiegelungen von Dimensionsvektoren, Orientierungsunabhängigkeit der Isomorphieklassen unzerlegbarer Darstellungen von Köchern, Coxeterfunktoren und Coxtertransformation, projektive und injektive Darstellungen durch Spiegeln von einfachen, der Satz von Gabriel mit Beweis der Bijektion zwischen positiven Wurzeln und Isomorphieklassen unzerlegbarer Darstellungen, Beispiel A_4.
Mai 26, 28, Juni 2, 4, 9, 11, 16, 18, 23.
Kapitel 7: Euklidische Diagramme
Präprojektive, präinjektive und reguläre Darstellungen. Klassifikation der darstellungsendlichen Wegealgebren. Beispiel: der Kronecker-Köcher und Normalformen von Paaren von Matrizen: präprojektive und präinjektive Darstellungen, die Röhrenfamilie der regulären Darstellungen und die projektive Gerade P_1(k), Skizze der Klassifikation. Bemerkungen zu zahmen und wilden Algebren.
Juni 23, 25, 30, Juli 2.
Glossar(vollständige Version jetzt verfügbar, eventuelle Fehler bitte an rhartman@math.uni-koeln.de berichten)
Übungsblätter:
Blatt 1
Blatt 2
Blatt 3
Blatt 4
Blatt 5
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Blatt 12

Literatur:
Curtis and Reiner, Representation theory of finite groups and associative algebras.
Curtis and Reiner, Methods of representation theory I, II.
Auslander, Reiten and Smalo, Representation theory of artin algebras.
Assem, Simson and Skowronski, Elements of the representation theory of associative algebras I, II, III.
Anderson and Fuller, Rings and categories of modules.
Darstellungstheorie-Skript von Claus Michael Ringel und Jan Schröer, aktuelle Version
Skripten von William Crawley-Boevey, insbesondere zur Darstellungstheorie von Köchern, siehe hier.
Skript von Henning Krause zu Spiegelungsfunktoren, siehe hier.

Scheinerwerb
Die Klausur wird am Montag, den 7.7.2008 von 8:15 bis 9:45 Uhr im Hörsaal des MI stattfinden. Voraussetzung für die Teilnahme ist regelmässige Bearbeitung der Übungsaufgaben (50 % der möglichen Punkte) und aktive Teilnahme in den Übungen (zweimaliges Vorrechnen).

Kontakt und Sprechzeiten
Prof. Dr. S. Koenig
Sprechzeiten Mittwochs 10.30-11.30 Uhr und nach Vereinbarung
Zimmer 106 im Mathematischen Institut
Telefon 0221-470-3431
email skoenig(at)math.uni-koeln.de

Dr. R. Hartmann
Sprechzeiten Montags 10-11 Uhr, andere Zeiten nach Vereinbarung
Zimmer 111b im Mathematischen Institut
Telefon 0221-470-3713
email rhartman(at)math.uni-koeln.de