H. Geiges
Wintersemester 2026/27
Vorlesung: Di, Do 8-9:30 im Hörsaal des MI
Sprechstunde: Di 15.30-16.30, Do 10-11
Zuständiger Assistent: Norman Thies (Raum 206)
Hier folgt der Link zum ILIAS-Kurs.
Die Master-Vorlesung Algebraische Topologie mit Schwerpunkt auf der
Homologietheorie richtet sich an Studenten ab dem 5. Semester.
Laut Frank Adams, einem der bedeutendsten Topologen des letzten
Jahrhunderts, sieht ein Kurs in Homologietheorie typischerweise
wie folgt aus. 13 Wochen: Wie baut man ein Auto? --- Eine Woche:
Warum ist es gut, ein Auto zu haben? Weil man dann von A nach B
fahren kann.
In dieser Einführung in die Homologietheorie sollen dagegen von
Anfang an geometrische Anwendungen mit im Vordergrund stehen.
Zunächst wird kursorisch die Fundamentalgruppe eines topologischen Raumes
behandelt und zur vollständigen Klassifikation von Flächen
verwendet. Danach wird die Homologietheorie entwickelt, mit
Anwendungen (u.a.) aus der geometrischen Topologie (Struktur
von Mannigfaltigkeiten), aus der Gastronomie (Schinken-Sandwich-Theorem)
und der Meteorologie: Auf der Erde gibt es stets zwei antipodale
Punkte, an denen die gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit
herrschen.
Erforderliche Vorkenntnisse: Mengentheoretische Topologie,
elementare Algebra (Gruppen, Ringe, Homomorphismen). Spezielle Kenntnisse
aus der Vorlesung Algebra werden nicht vorausgesetzt.
Ich werde annehmen, daß das Konzept der Fundamentalgruppe,
wie z.B. in meinen Vorlesungen über Funktionentheorie
oder Flächen behandelt, bereits bekannt ist. Man kann dies
aber auch anhand des Skriptes nacharbeiten. Kenntnisse
über (Unter-)Mannigfaltigkeiten sind hilfreich, werden
aber weitestgehend nicht vorausgesetzt.
Literatur:
M.A. Armstrong: Basic Topology, Springer, 1983.
G.E. Bredon: Topology and Geometry, Springer, 1993.
T. tom Dieck: Topologie, 2. Auflage, de Gruyter, 2000.
A. Hatcher: Algebraic Topology, Cambridge University Press, 2002.
K. Jänich:Topologie, Springer, 1996.
W.S. Massey: A Basic Course in Algebraic Topology, Springer, 1991.
Für den Abschnitt über Differentialformen auch meine
Vorlesung Analysis III und
I. Agricola, Th. Friedrich: Globale Analysis, Vieweg, 2001.
Zulassungsvoraussetzung zur Abschlußprüfung:
50% der Übungsaufgaben
sinnvoll bearbeitet.
Übungsblätter:
Inhaltsverzeichnis:
0. Motivation
1. Flächen
2. Homotopie und Fundamentalgruppe
2.1. Homotopie und Homotopieäquivalenz
2.2. Konstruktion der Fundamentalgruppe
2.3. Die Fundamentalgruppe von S1
2.4. Anwendungen
-- Der Brouwersche Fixpunktsatz
-- Der Fundamentalsatz der Algebra
2.5. Die Fundamentalgruppe von Flächen
3. Homologietheorie
3.1. Definition der singulären Homologiegruppen
3.2. Der von einer Abbildung induzierte Homomorphismus
3.3. Relative Homologiegruppen
3.4. Der Ausschneidungssatz
4. Berechnung von Homologiegruppen
4.1. Homologie von Sphären
-- Der Brouwersche Fixpunktsatz
4.2. Der Abbildungsgrad
-- Der Satz vom Igel
4.3. Die Mayer-Vietoris-Sequenz
-- Homologie von Sphären und Flächen
4.4. Der verallgemeinerte Jordansche Kurvensatz
-- Jordan-Brouwer Trennungssatz, Gebietsinvarianz
4.5. H1(X) und π1(X)
5. CW-Komplexe
5.1. Konstruktion und Beispiele
5.2. Ankleben von Zellen und Homologie
-- Homologie von projektiven Räumen
5.3. Zelluläre Homologie
5.4. Die Euler-Charkteristik
6. Homologie mit Koeffizienten
6.1. Definition und Beispiele
6.2. Überlagerungen und der Satz von Borsuk-Ulam
-- Das Schinken-Sandwich-Theorem
-- Der Satz von Lusternik-Schnirelmann
7. Kohomologietheorie
7.1. Singuläre Kohomologie
7.2. Zwischenspiel: Die Dimension reeller Divisionsalgebren
7.3. De-Rham-Kohomologie
7.4. Der de-Rham-Isomorphismus
7.5. De-Rham-Kohomologie von CPn und Sk×
Sl
7.6. De-Rham-Theorie von Flächen: Schnittzahl und
Poincaré-Dualität
8. Klassifikation von Mannigfaltigkeiten
H. Geiges, 1.6.26